"Ich hasse Montage" - Montag ist Unfalltag


Die meisten meldepflichtigen Arbeitsunfälle ereigneten sich in den letzten Jahren an einem Montag (1). Das entspricht einem Anteil von 20,3 Prozent bzw. 178.000 Arbeitsunfällen (2). Von Dienstag bis Sonntag nehmen die Arbeitsunfälle kontinuierlich ab. Sollte der Zeichentrick-Kater Garfield wirklich recht behalten? Auch Garfield geschieht in den Sendungen regelmäßig am Montag etwas. Daher prägt er die Aussage "Ich hasse Montage". Es gibt derzeit jedoch keine tiefgreifenden Erkenntnisse über die Ursachen von Arbeitsunfällen an Montagen.



Eine These der Berufsgenossenschaft ETEM ist, dass ein veränderter Schlafrhythmus an den Wochenenden mitverantwortlich ist (3). Durch andere Schlafzeiten ist der Arbeitnehmer am Montag nicht ausgeschlafen. Hierdurch ist er unkonzentriert und es geschehen mehr Fehler während der Arbeit. Nachdem statistisch rund 90 Prozent aller Arbeitsunfälle durch ein menschliches Fehlverhalten ausgelöst werden (4), kann dies wirklich eine Ursache sein. Allgemeine Maßnahmen zur Vermeidung von Übermüdung sind nach Angaben der BG ETEM:


  • Bereits während der Woche auf einen ausreichenden Schlaf achten. Viele Schlafmediziner sehen sieben bis acht Stunden Schlaf als ausreichend an. An den Wochenenden sollte der Schlaf nur unwesentlich höher sein.

  • An den Wochenenden sollten auch die Schlafzeiten nicht deutlich von den Werktagen abweichen. Es gilt die Empfehlung, dass die Verschiebung nicht größer als zwei Stunden sein sollte.

  • Am Sonntag ist eine ausreichende Bewegung zielführend. Weiterhin sollte darauf geachtet werden, dass der Sonntagabend entspannt ausklingt.

  • Wichtige Termine sollten nicht sofort am Montagmorgen, sondern im späteren Verlauf des Vormittags geplant werden.


Grundsätzlich gehören auch an einem Montag die typischen Maßnahmen zum Sensibilisieren von Arbeitnehmern für Sicherheit auf die Tagesordnung. Neben einer offenen Fehlerkultur stellt das tägliche Gespräch über Sicherheit eine wichtige Säule zur Reduzierung von Arbeitsunfällen dar. Aus der Gehirnforschung ist bekannt, dass Informationen nur durch Wiederholungen im Langzeitgedächtnis verankert werden. Wird eine Information beispielsweise nur einmalig behandelt, ist diese bereits nach wenigen Minuten wieder vergessen (5). Eine deutliche Verbesserung der Erinnerungen an sicheres Arbeiten wird demnach durch häufige Wiederholungen und möglichst viel Interaktion mit den Arbeitnehmern erreicht. Diese Interaktion kann unterschiedlich erfolgen. Im Folgenden werden zwei Beispiele hierfür dargestellt.


Sicherheitskontakt

Der Sicherheitskontakt kann an den unterschiedlichen Arbeitsplätzen andere Bezeichnungen besitzen. In der betrieblichen Praxis wird der Sicherheitskontakt direkt zu Beginn jeder Sitzung durchgeführt. Der Verantwortliche der Sitzung beginnt mit der Vorstellung eines Sicherheitsthemas. Hierunter können beispielsweise die nachstehenden Inhalte verstanden werden:


  • Aktuelles Geschehen zu Arbeitsunfällen

  • Allgemeine Sicherheitsregeln

  • Aufzeigen der Flucht- und Rettungswege

  • Persönliche Erfahrungen zum Thema Sicherheit

  • Zeigen von Bildern mit Sicherheitsmängeln


Die Gespräche sollten nicht als Frontalvortrag oder Monolog erfolgen. Die Einbindung möglichst aller Teilnehmer schafft mehr Erfolg. Wichtig ist, dass das Thema Sicherheit immer zu Beginn besprochen wird. Hierdurch erhalten alle Teilnehmer das Signal, dass Sicherheit an erster Stelle steht.


Sicherheitskurzgespräche

Einige Berufsgenossenschaften halten für deren Mitgliedsunternehmen Unterlagen für sogenannte Sicherheitskurzgespräche vor. Diese Kurzgespräche gehen in den jeweiligen Unterlagen auf sämtliche Themen des Arbeitsschutzes ein. Ein Kurzgespräch beinhaltet immer mehrere Lektionen sowie ein Fehlersuchbild. Der Unterweisende erhält weiterhin Hintergrundinformationen. Somit ist der eigentliche Aufwand für den Unterweisenden gering. Die Teilnehmer können beispielsweise in kleinen Gruppen oder als großes Team aktiv die Abbildungen auf Fehler prüfen. Gefundene Fehler werden im Gespräch dargestellt und erläutert. Der zeitliche Aufwand pro Sicherheitskurzgespräch kann erfahrungsgemäß zwischen fünf und 20 Minuten variieren.


Beispiel Sicherheitskurzgespräch BG RCI

https://www.bgrci.de/praevention/praxishilfen/unterweisung/sicherheitskurzgespraeche/


-------------------------------------------------------------------------------------------------

Du brauchst Ideen für tägliche Gespräche über Sicherheit? Oder möchtest Du deine Führungskräfte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Sicherheitsbeauftragte für diese Gespräche weiterbilden?


Das WandelWerker-Team unterstützt Dich bei der Reduzierung von Arbeitsunfällen.

Du erhältst eine schnelle Beratung zur Umsetzung von täglichen Gesprächen zum Arbeitsschutz. Somit kannst Du direkt starten.

Für deine Führungskräfte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Sicherheitsbeauftragte bieten wir Seminare und Coachings an. Der Lernerfolg ist hierbei um rund 30 Prozent höher als bei konventionellen Lehrmethoden. Das bedeutet für Dich: Weniger Ausfallzeit im Unternehmen und mehr Effektivität.


Klingt das super? Dann melde Dich direkt für ein kostenloses Abstimmungsgespräch bei uns.

service@wandelwerker.com oder unter 0202/29542919

-------------------------------------------------------------------------------------------------

Zusammengefasst lassen sich Arbeitsunfälle an einem Montag mit den gleichen Maßnahmen anderer Arbeitstage verhindern: Durch ein gezieltes Sensibilisieren von Arbeitnehmern. Wenn ein Arbeitnehmer ein hohes Sicherheitsbewusstsein besitzt, wird er an einem Montag anders in die neue Woche starten. Nicht übermüdet, sondern ausgeschlafen und fokussiert. Ein elementarer Grundstein hierfür sind tägliche Gespräche über Sicherheit am Arbeitsplatz oder auch auf den Wegen zur Arbeit und nach Hause. Sei es durch die in den Beispielen genannten Maßnahmen, oder andere Vorgehensweisen. Nur wer regelmäßig über Sicherheit spricht, verinnerlicht auch den Stellenwert.


Weil Sicherheit beim Bewusstsein beginnt.



Quellenverzeichnis

(1) https://de.statista.com/infografik/20330/anteil-der-arbeitsunfaelle-je-wochentag/ (Abrufdatum 23.02.2020)


(2) https://www.dguv.de/de/zahlen-fakten/au-wu-geschehen/index.jsp (Abrufdatum: 23.02.2020).


(3) http://etem.bgetem.de/2.2018/titelstories/morgenstund-oft-unfallgrund (Abrufdatum: 23.02.2020).


(4) Bördlein, Christoph (2015): Verhaltensorientierte Arbeitssicherheit - Behavior Based Safety (BBS). Erich Schmidt Verlag. 2. Auflage.


(5) Ebbinghaus, Hermann (1885): Über das Gedächtnis. Untersuchungen zur experimentellen Psychologie. Verlag von Duncker & Humblot.

56 Ansichten

©2020 WandelWerker®

Informationen

Folgen SIe uns auf

  • Instagram
  • LinkedIn Social Icon
  • Facebook Social Icon
  • Spotify Social Icon
  • iTunes Social Icon

Coaching/ Seminare

Literatur

Safety Speaking