Sicherheitsbeauftragte - erforderliche Anzahl und Qualifizierung

Rund 690.000 Sicherheitsbeauftragte unterstützten im Jahr 2018 ehrenamtlich die deutschen Unternehmen beim Thema Arbeitsschutz [1]. Im Zusammenhang mit Sicherheitsbeauftragten stehen Geschäftsführer und Führungskräfte häufig vor zwei wesentlichen Fragen. Wie viele Sicherheitsbeauftragte benötige ich eigentlich und welche Qualifizierung ist hierfür erforderlich?


Der Einsatz von Sicherheitsbeauftragten wird in Unternehmen durch §22 Sozialgesetzbuch VII geregelt. Unternehmen mit dauerhaft mehr als 20 Beschäftigten müssen Sicherheitsbeauftragte einsetzen. Die erforderliche Mindestanzahl ist jedoch nicht eindeutig geregelt. Hier gilt eine individuelle Ermittlung anhand der betrieblichen Rahmenbedingungen. Zur Ermittlung lassen sich jedoch fünf wesentliche Kriterien heranziehen [2].



Für die Anzahl an Sicherheitsbeauftragte pro Beschäftigte besteht keine rechtliche Definition. Als Orientierung gilt hierbei jedoch, dass der zuständige Sicherheitsbeauftragte alle Beschäftigten in seinem Zuständigkeitsbereich kennen muss.


Die Gefährdungspotenziale ergeben sich aus den Gefährdungsbeurteilungen. Diese sind seit dem Jahre 1996 für Unternehmen vorgeschrieben und werden im §5 Arbeitsschutzgesetz geregelt.


Als räumliche Nähe wird der gleiche Betriebsstandort sowie die gleiche Abteilung verstanden. Es kann somit beispielsweise nicht der gleiche Sicherheitsbeauftragte für die Produktionsabteilung 1 und die Produktionsabteilung 2 eingesetzt werden.


Eine fachliche Nähe ist gegeben, wenn der zuständige Sicherheitsbeauftragte und die Beschäftigten dauerhaft die gleichen oder vergleichbare Arbeiten durchführen. Hieraus leitet sich ab, dass der gleiche Sicherheitsbeauftragte nicht für die Produktionsabteilung und die Forschungs- & Entwicklungsabteilung eingesetzt werden darf.


Die zeitliche Nähe umfasst die zeitgleiche Anwesenheit des zuständigen Sicherheitsbeauftragten mit den Beschäftigten. Dies bedeutet, dass bei einem Mehrschichtsystem mind. ein Sicherheitsbeauftragte pro Schicht eingesetzt werden muss.


Unter Beachtung der o. g. Kriterien kann die erforderliche Anzahl an Sicherheitsbeauftragten durch die Geschäftsführung oder die Führungskräfte vorgenommen werden. Fachlich können sich beide Funktionen hierbei durch eine Fachkraft für Arbeitssicherheit unterstützen lassen.



Nachdem die Auswahl für bestimmte Beschäftigte als Sicherheitsbeauftragte getroffen wurde, sind diese schriftlich zu bestellen. Hier ist der Betriebsrat mit einzubinden. Die Einbindung der Personalabteilung ist möglich, jedoch rechtlich nicht gefordert. Mit der Übernahme der Aufgabe erhalten die Sicherheitsbeauftragten von den Führungskräften eine ausreichende Arbeitszeit zur Durchführung der Tätigkeiten im Arbeitsschutz. Weiterhin gilt der Grundsatz, dass dem Sicherheitsbeauftragten bei der Ausübung seiner Tätigkeit kein beruflicher Nachteil widerfahren darf.



Die Qualifizierung von Sicherheitsbeauftragten ist rechtlich nicht eindeutig geregelt. Die DGUV Regel 100-001 schreibt nur fest, dass Sicherheitsbeauftragte vor Übernahme der Aufgaben eine Ausbildung durchlaufen müssen. Weiterhin wird eine regelmäßige Weiterbildung erforderlich. Hier wird eine externe Fortbildung spätestens alle drei bis fünf Jahre als zielführend erachtet [3]. Grundsätzlich gilt für Geschäftsführer und Führungskräfte: Je besser Deine Sicherheitsbeauftragten ausgebildet sind, desto größer ist Dein täglicher Mehrwert im Arbeitsschutz.


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Die Sicherheitsbeauftragten sind nicht nur rechtlich notwendig, sondern bieten in der richtigen Anzahl und einer hohen Qualifizierung einen erheblichen Mehrwert für die Geschäftsführer und Führungskräfte im täglichen Alltag. Die Sicherheitsbeauftragten unterstützen im Arbeitsschutz und sind das "Sprachrohr" zur Basis. Ein wichtiges Zusammenspiel zur Vermeidung von Arbeitsunfällen.


Weil Sicherheit beim Bewusstsein beginnt.



Quellen:

[1] Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (2020): https://www.dguv.de/de/zahlen-fakten/praevention/index.jsp (Stand: 02.02.2020)

[2] Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (2014): Grundsätze der Prävention. DGUV Regel 100-001

[3] Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (2017): Sicherheitsbeauftragte. DGUV Information 211-042

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