Deutlich mehr tödliche Arbeitsunfälle in Brandenburg

Rund 60 Prozent mehr tödliche Arbeitsunfälle im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt verstarben 19 Menschen in Folge eines Arbeitsunfalls. Das ist die traurige Bilanz aus dem am 05.01.2020 erschienen Jahresberichtes 2018 des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg [1]. Damit verhält sich die Situation in Brandenburg konträr zur Bundesrepublik. Hier ergab sich im Jahr 2018 der niedrigste Stand an tödlichen Arbeitsunfällen seit mehreren Jahrzehnten [2].



Die im Jahresbericht veröffentlichten Beispiele für tödliche Arbeitsunfälle zeigen die typischen Rahmenbedingungen. Elementare Einflüsse besaßen eine mangelhafte Kommunikation und menschliches Fehlverhalten. Hier stehen die brandenburgischen Arbeitsstätten nicht alleine da. Statistisch betrachtet sind 95 Prozent aller Arbeitsunfälle auf menschliches Fehlverhalten zurück zu führen [3].


Nach Angaben des Landesministeriums wurden in den vergangenen 12 Jahren mehr als 50 Prozent der Aufsichtspersonen für Arbeitsschutz abgebaut. Diesem Trend wird nach Aussage von Ministerin Ursula Nonnemacher bereits mit einer Ausbildungsoffensive entgegen gewirkt.

Doch sind es wirklich fehlende Kontrollen die zu hohen Arbeitsunfallzahlen führen? Brauchen Arbeitgeber den äußeren Druck der Behörden? Oder haben Arbeitgeber nicht von Hause aus die moralische und ethische Verantwortung für sichere und gesunde Arbeitsbedingungen zu sorgen?


Wenn 90 Prozent der Arbeitsunfälle auf menschliches Fehlverhalten zurück zu führen ist, wie soll der Arbeitgeber hier erfolgreich Unfälle vermeiden? Sichere Maschinen sowie beispielsweise Gefährdungsbeurteilungen sind wesentliche Maßnahmen für die Rechtskonformität. Unfälle vermeiden bedeutet jedoch auch Menschen von sicherem Arbeiten zu überzeugen. Ein hohes Sicherheitsbewusstsein bei den Menschen vor Ort führt zu einer besseren Sicherheitskultur. Eine gute Sicherheitskultur führt zu weniger Arbeitsunfällen. Ein wichtiges Instrument um dieses Ziel zu erreichen sind Gespräche über Sicherheit sowie nachhaltige Weiterbildungen in Form von Unterweisungen, Seminaren oder Coachings.


Weil Sicherheit beim Bewusstsein beginnt.



Quellenangaben:

[1] https://msgiv.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/Jahresbericht_Arbeitsschutz_2018_neu.pdf (Stand: abgerufen am 12.01.2020)

[2] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/276002/umfrage/gemeldete-toedliche-arbeitsunfaelle-in-deutschland-seit-1986/ (Stand: abgerufen am 12.01.2020)

[3] Huber, Andreas (2019): Vom Tun zum Wissen. Verhaltensorientierter Arbeitsschutz. Seite 46



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