Arbeitssicherheits-App für präventive Kennzahlen

Präventive Kennzahlen im Arbeitsschutz messen nicht nur, was bereits passiert ist. Sie zeigen, wie wirksam Sicherheit im Unternehmen gelebt wird, bevor ein Arbeitsunfall entsteht. Genau darin liegt ihr Vorteil gegenüber klassischen Unfallkennzahlen wie LTIFR, TRIR oder der 1.000-Mann-Quote.

Stefan Ganzke
08 June 2026

Präventive Kennzahlen im Arbeitsschutz messen nicht nur, was bereits passiert ist. Sie zeigen, wie wirksam Sicherheit im Unternehmen gelebt wird, bevor ein Arbeitsunfall entsteht.

Genau darin liegt ihr Vorteil gegenüber klassischen Unfallkennzahlen wie LTIFR, TRIR oder der 1.000-Mann-Quote.

Denn Arbeitsunfälle sind immer ein nachgelagertes Ergebnis. Sie zeigen, dass etwas schiefgelaufen ist, aber nicht zuverlässig, warum es dazu gekommen ist oder ob sich die Sicherheitskultur im Unternehmen verbessert.

Präventive Kennzahlen schaffen deshalb einen Perspektivwechsel: weg vom reinen Rückblick, hin zu einer aktiven Steuerung von Sicherheitsverhalten, Führungsroutinen und Sicherheitsaktivitäten.

Um diese wirksam zu erfassen, braucht es ein durchdachtes System, mit dem sich die Arbeitssicherheit per App steuern lässt.

Was sind präventive Kennzahlen im Arbeitsschutz?

Präventive Kennzahlen sind vorausschauende Messgrößen, die Aktivitäten, Verhaltensweisen und Prozesse erfassen, die Arbeitsunfälle verhindern sollen, bevor sie eintreten.

Im Englischen spricht man von Leading Indicators. Wer die Arbeitssicherheit per App erfasst, kann diese Daten strukturiert erfassen und auswertbar machen.

Typische präventive Kennzahlen im Arbeitsschutz erfassen zum Beispiel:

  • Sicherheitskurzgespräche
  • Safety Walks
  • verhaltensorientierte Begehungen
  • Unterweisungen und deren Qualität
  • Aktivitäten von Sicherheitsbeauftragten
  • Führungsdialoge zu sicheren und unsicheren Situationen

Der entscheidende Unterschied zu klassischen Kennzahlen: Präventive Kennzahlen messen nicht den Schaden, sondern die Präventionsleistung.

Warum reichen klassische Unfallkennzahlen heute nicht mehr aus?

Klassische Kennzahlen wie die 1.000-Mann-Quote, die Lost Time Injury Frequency Rate (LTIFR) oder die Total Recordable Injury Rate (TRIR) haben weiterhin ihre Berechtigung.

Sie sind etabliert, teils verpflichtend und ermöglichen branchenspezifische Vergleiche. Dennoch haben sie fundamentale Grenzen.

1. Sie messen nur die Vergangenheit

Unfallkennzahlen sagen aus, was bereits passiert ist. Sie sind damit vergleichbar mit einem Blick in den Rückspiegel.

Für die aktive Steuerung von Arbeitsschutz sind sie nur begrenzt geeignet, weil sie keine direkte Aussage darüber zulassen, ob präventive Maßnahmen im Alltag ausreichend stattfinden.

Genau deshalb sollten Unternehmen die Arbeitssicherheit per App erfassen, um Sicherheitsaktivitäten einfach zu dokumentieren, automatisch auszuwerten und in eine präventive Kennzahl zu überführen.

2. Kleine Fallzahlen verzerren die Realität

Vor allem in mittelständischen Unternehmen können einzelne Ereignisse die Statistik stark beeinflussen. Schon ein einziger Arbeitsunfall kann eine Kennzahl wie die LTIFR massiv verschieben, ohne dass sich die Sicherheitskultur insgesamt verändert hat.

3. Dunkelziffern verfälschen das Bild

Ein zentrales Problem ist das Underreporting. Wo Führungskräfte unter hohem Druck stehen, Unfallzahlen zu senken, steigt oft auch der Druck, Arbeitsunfälle oder Beinaheunfälle nicht zu melden.

Das gilt besonders dann, wenn Null-Unfall-Ziele oder Prämiensysteme mit Sanktionen oder sozialen Folgen verbunden sind.

Amy Edmondson zeigte bereits 1999 in ihrer Forschung zur psychologischen Sicherheit, dass Mitarbeitende Fehler und kritische Ereignisse deutlich seltener offen ansprechen, wenn sie negative Konsequenzen befürchten.

Für den Arbeitsschutz heißt das: Eine sinkende Unfallzahl kann auf dem Papier gut aussehen, ohne dass die reale Sicherheit im Betrieb besser geworden ist. Eine App für Arbeitssicherheit kann zwar keine offene Fehlerkultur ersetzen, aber sie kann Transparenz über Präventionsaktivitäten schaffen.

4. Sie sagen wenig über Wirksamkeit aus

Wenn ein Unternehmen ein Jahr lang keinen meldepflichtigen Arbeitsunfall hatte, ist das noch kein Beweis für eine starke Sicherheitskultur.

Es kann ebenso bedeuten, dass Risiken zufällig nicht eskaliert sind oder Meldungen unterbleiben.

Wer Arbeitsschutz ernsthaft verbessern will, muss deshalb tiefer schauen – idealerweise mit einer Arbeitssicherheits-App, die präventive Kennzahlen systematisch erfasst.

Was messen präventive Kennzahlen konkret?

Präventive Kennzahlen messen, ob die sicherheitsrelevanten Aktivitäten stattfinden, die sichere Entscheidungen und sicheres Verhalten im Arbeitsalltag fördern. Sie beantworten damit Fragen, die klassische Kennzahlen offenlassen:

  • Werden Sicherheitsaktivitäten regelmäßig durchgeführt?
  • Sind Führungskräfte im Arbeitsschutz sichtbar wirksam?
  • Werden Mitarbeitende aktiv eingebunden?
  • Wie wirksam sind Sicherheitsbeauftragte?
  • Werden Risiken frühzeitig angesprochen?
  • Gibt es Rückgänge in Präventionsaktivitäten, die als Frühwarnsignal wirken?

Damit sind präventive Kennzahlen nicht nur ein Reporting-Instrument, sondern ein echtes Steuerungsinstrument. Eine Arbeitssicherheits-App kann genau diese Informationen in Echtzeit bündeln.

Welche Rolle spielt die Unfallpyramide heute noch?

Viele Unternehmen orientieren sich noch immer implizit an der Unfallpyramide nach Heinrich und Bird. Dahinter steht die Annahme, dass viele Bagatell- und Beinaheunfälle an der Basis langfristig mit schweren Unfällen an der Spitze zusammenhängen.

Der Grundgedanke, dass sich Risiken frühzeitig in kleineren Ereignissen zeigen können, ist weiterhin hilfreich. Die Vorstellung fixer Verhältnisse wie 1:29:300 gilt wissenschaftlich jedoch als nicht haltbar.

Eine NIOSH-Analyse von Daten aus mehr als 25.000 Unternehmen über 13 Jahre zeigte, dass sich diese Quoten je nach Branche, Betriebsgröße und Aktivitätsprofil deutlich unterscheiden.

Für die Praxis bedeutet das: Unternehmen sollten sich nicht auf starre Unfallverhältnisse verlassen, sondern auf ein System, das die tatsächlichen präventiven Aktivitäten im eigenen Betrieb messbar macht.

Warum präventive Kennzahlen besser zur Sicherheitskultur passen

Sicherheitskultur zeigt sich nicht zuerst in der Statistik, sondern im Alltag.

  • Führungskräfte prägen die Sicherheitskultur maßgeblich durch ihr tägliches Verhalten und ihre Reaktionen auf kritische Situationen.
  • Eine wirksame Sicherheitskultur zeigt sich daran, wie offen im Unternehmen über Fehler und Risiken gesprochen wird.
  • Sichere Routinen entfalten nur dann Wirkung, wenn sie im Arbeitsalltag konsequent begleitet und eingefordert werden.
  • Arbeitsschutz ist dann wirksam verankert, wenn er im Tagesgeschäft sichtbar berücksichtigt und aktiv gelebt wird.

Präventive Kennzahlen passen deshalb besser zur Sicherheitskultur, weil sie Verhalten, Kommunikation und Organisation messbar machen.

Sie erfassen die Bedingungen, unter denen sichere Entscheidungen wahrscheinlicher werden. Eine Arbeitssicherheits-App unterstützt genau diesen Perspektivwechsel vom Rückblick zur aktiven Gestaltung.


Wenn Sie genauer erfahren möchten, warum präventive Kennzahlen für eine wirksame Sicherheitskultur entscheidend sind, empfiehlt sich das folgende Video:

Safety Culture Score: So misst du echte Arbeitsschutz-Performance

Wie sieht eine wirksame präventive Kennzahl in der Praxis aus?

Eine wirksame präventive Kennzahl muss vier Bedingungen erfüllen:

  1. Eine wirksame Kennzahl muss durch das Verhalten von Führungskräften und Teams konkret beeinflussbar sein.
  2. Im Arbeitsalltag funktioniert eine Kennzahl nur dann, wenn ihre Erfassung einfach und praktikabel bleibt.
  3. Für Management, Führungskräfte sowie Sicherheitsingenieure und Fachkräfte für Arbeitssicherheit muss die Kennzahl klar, verständlich und einheitlich interpretierbar sein.
  4. Gute Kennzahlen zeigen nicht nur Daten, sondern machen konkreten Handlungsbedarf frühzeitig sichtbar.

Genau hier liegt das zentrale Problem in der Praxis. In den meisten Unternehmen werden diese Kennzahlen nicht erhoben. Es wird nur auf Arbeits- und Beinaheunfälle reagiert.

Mit dem Safety Culture Performance System von Wandelwerker gibt es erstmals eine App, mit der die Anforderungen an präventive Kennzahl erfüllt werden.

Sicherheitsaktivitäten wie Safety Walks, Sicherheitskurzgespräche oder SiBe-Checks lassen sich einfach dokumentieren, automatisch auswerten und in eine präventive Kennzahl überführen.

Dadurch entsteht ein Frühwarnsystem, das Rückgänge bei Präventionsaktivitäten sichtbar macht, bevor ein Arbeitsunfall geschieht.

Das Safety Culture Performance System ist damit das einzige System seiner Art auf dem deutschen und möglicherweise sogar auf dem europäischen Markt.

Wer Arbeitsschutz nicht nur verwalten, sondern präventiv steuern will, findet hier einen Ansatz, der Software, Controlling und Sicherheitskulturentwicklung erstmals in dieser Form verbindet.

Informieren Sie sich jetzt

Was ist die Safety Prevention Rate?

Die von Wandelwerker entwickelte Safety Prevention Rate (SPR) ist eine präventive Kennzahl, die Sicherheitsaktivitäten ins Verhältnis zu den geleisteten Arbeitsstunden setzt und damit sichtbar macht, wie aktiv Arbeitsschutz im Unternehmen gelebt wird.

In die Berechnung können beispielsweise einfließen:

  • Sicherheitskurzgespräche
  • verhaltensorientierte Beobachtungen
  • Safety Walks
  • Aktivitäten von Sicherheitsbeauftragten
  • weitere definierte Präventionsmaßnahmen

Der Vorteil: Die Kennzahl ist nicht vom Zufall eines eingetretenen Unfalls abhängig. Sie macht sichtbar, ob die Präventionsleistung steigt, stagniert oder zurückgeht.

Genau das ist für Management, Führungskräfte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit relevant.

Warum präventive Kennzahlen für Unternehmen strategisch wichtig sind

Präventive Kennzahlen sind nicht nur ein Thema für den operativen Arbeitsschutz. Sie sind auch strategisch relevant, weil sie Transparenz schaffen und den Fortschritt des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Unternehmen unabhängig von den Unfällen messbar machen.

Drei Vorteile des Wandelwerker Safety Culture Performance Systems sind besonders wichtig:

Frühwarnfunktion

Wenn beispielsweise durch Produktionsdruck oder Personalausfall die Sicherheitsaktivitäten in einzelnen Bereichen weniger werden, dann wird durch das Wandelwerker Safety Culture Performance System die Frühwarnfunktion ausgelöst.

Management und Führungskräfte haben somit die Chance rechtzeitig zu reagieren, bevor die unsicheren Situationen ansteigen und dadurch auch Arbeitsunfälle wieder wahrscheinlicher werden.

Kinderleichte Dokumentation

Management, Führungskräfte und Mitarbeitende haben nicht die Zeit, jede Sicherheitsaktivität vom Rechner aus umständlich zu dokumentieren.

Deshalb bietet die Wandelwerker Arbeitssicherheit-App die Möglichkeit, kinderleicht per Foto oder Sprachnachricht Aktivitäten zu dokumentieren. Ohne Formular und ohne nennenswerten Aufwand.

Alle Entwicklungen im Blick

Das Controlling der Maßnahmen im Arbeits- und Gesundheitsschutz muss leicht überschaubar sein.

Deshalb bietet das Safety Culture Performance System mit einem Klick und je nach Rolle und Benutzerrechten die Übersicht über alle Maßnahmen im Unternehmen. So gelingt ein effizientes und wirksames Controlling für Prävention.

Fazit: Präventive Kennzahlen sind der nächste logische Schritt im Arbeitsschutz

Präventive Kennzahlen machen sichtbar, ob Arbeits- und Gesundheitsschutz im Unternehmen tatsächlich gelebt wird.

Sie ergänzen klassische Unfallkennzahlen sinnvoll und ermöglichen eine aktive Steuerung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie der Sicherheitskultur im Unternehmen.

Wer nicht nur Arbeitsunfälle zählt, sondern Prävention messbar macht, erkennt Risiken früher und stärkt Führungsverhalten gezielter.

Dies schafft bessere Voraussetzungen für dauerhaft sichere Entscheidungen und Handlungen im betrieblichen Alltag.

FAQ

Was sind präventive Kennzahlen im Arbeitsschutz?

Präventive Kennzahlen im Arbeits- und Gesundheitsschutz sind vorausschauende Messgrößen, die sicherheitsrelevante Aktivitäten, Verhaltensweisen und Prozesse erfassen, bevor ein Arbeitsunfall entsteht. Sie helfen Unternehmen dabei, Prävention aktiv zu steuern, statt nur eingetretene Ereignisse zu dokumentieren.

Warum reichen Unfallkennzahlen im Arbeitsschutz nicht aus?

Unfallkennzahlen zeigen nur die Vergangenheit. Sie machen nicht sichtbar, ob Sicherheitsaktivitäten im Alltag wirklich stattfinden, ob Risiken früh erkannt werden oder ob sich die Sicherheitskultur im Unternehmen verbessert. Deshalb sollten sie durch präventive Kennzahlen ergänzt werden.

Was ist das Safety Culture Performance System?

Das Safety Culture Performance System von WandelWerker ist ein System zur Messung präventiver Arbeitssicherheit. Es erfasst Sicherheitsaktivitäten digital, wertet sie automatisiert aus und macht Rückgänge in Präventionsaktivitäten sichtbar, bevor Arbeitsunfälle entstehen.

Über den Autor:
Stefan Ganzke
Geschäftsführer

Stefan Ganzke ist Geschäftsführer der WandelWerker Consulting GmbH und führt mit Herz und Weitblick die Teams in Backoffice, Marketing und Vertrieb. Er unterstützt Unternehmen dabei, ihre Sicherheitskultur gezielt weiterzuentwickeln – durch besseren Arbeitsschutz und ein Miteinander auf allen Ebenen. Sein Antrieb: Arbeitsschutz, der im Alltag spürbar wirksam ist.

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Die WandelWerker Consulting GmbH unterstützt mittelständische Unternehmen und Konzerne mit einer ganzheitlichen Methode dabei, die betriebliche Sicherheitskultur systematisch weiterzuentwickeln, um dadurch Arbeitsunfälle und unsichere Situationen nachhaltig zu reduzieren.

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Stefan Ganzke ist Geschäftsführer der WandelWerker Consulting GmbH und führt mit Herz und Weitblick die Teams in Backoffice, Marketing und Vertrieb. Er unterstützt Unternehmen dabei, ihre Sicherheitskultur gezielt weiterzuentwickeln – durch besseren Arbeitsschutz und ein Miteinander auf allen Ebenen. Sein Antrieb: Arbeitsschutz, der im Alltag spürbar wirksam ist.

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Stefan Ganzke ist Geschäftsführer der WandelWerker Consulting GmbH und führt mit Herz und Weitblick die Teams in Backoffice, Marketing und Vertrieb. Er unterstützt Unternehmen dabei, ihre Sicherheitskultur gezielt weiterzuentwickeln – durch besseren Arbeitsschutz und ein Miteinander auf allen Ebenen. Sein Antrieb: Arbeitsschutz, der im Alltag spürbar wirksam ist.

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